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Der Mythos vom Reichtum durch Werbung

. 3 minuten gelesen

Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass man durch Werbeeinnahmen im Netz seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Ich behaupte mal, dass dies in den seltendsten Fällen der Fall ist. Hier meine eigenen Erfahrungen.

Manche werden es bemerkt haben, seit Mai laufen auf diesem Blog, mit Umzug auf die Domain Marcos-Leben, Werbeanzeigen. Manche bekommen diese wegen des installierten AdBlockers nicht mit, andere schon. Als Werbenetzwerk nutze ich Word Ads, das Werbenetzwerk von WordPress.com, auf welchem meine beiden Blogs zur Zeit gehostet sind.

Der Hintergrund ist, dass ich zu der Zeit krank war und es länger so aussah, als ob ich nicht wieder wie bisher würde arbeiten können. Dazu in einem gesonderten Artikel vielleicht mal mehr. Jedenfalls hoffte ich, durch den Umzug auf WordPress.com zum einen Webhoster-Kosten zu sparen. Weiterhin wollte ich Stress für mich durch das ständige Aktualisieren von WordPress und seinen Themes und Plugins vermindern. WordPress hält sich selbst auf dem aktuellen Stand. Ich nutzte dazu den Premium-Account, der mich 8€ im Monat kostet und mir viele Themes bietet und auch sonst viele der Funktionalität, die ich eh immer genutzt habe.

Auch erlaubte dieser Tarif den Zugang zum Automattic Werbenetzwerk WordAds. Ich habe mich angemeldet und wurde sofort akzeptiert. Seitdem werden auf der Hauptseite und unter Blogbeiträgen Anzeigen eingeblendet. Auf die Inhalte habe ich keinerlei Einfluss. Sie sind jedoch regional auf den Besucher zugeschnitten.

Ich tat dies, wie gesagt, für diesen Blog und für meinen englischsprachigen. Und eins wurde sehr schnell klar: Ich zumindest würde mit meinen Inhalten damit nicht reich werden, nicht mal im Ansatz. Das Blog, das ihr gerade lest, hat zwischen Mai und Oktober (die November-Abrechnung liegt noch nicht vor), ganze 0,35$ an Einnahmen generiert. Zum Vergleich, über den „Gib mir einen Kaffee aus“-Button haben generöse Spenderinnen und Spender mir inzwischen Kaffee im Wert von etwa 45€ spendiert. Vielen Dank euch dafür!

Der englischsprachige Blog sieht etwas besser aus: Hier lagen die Einnahmen zwischen Mai und Oktober bei 21,52$. Das sind also zweieinhalb Monate Premium-Account. Die englischsprachige Leserschaft ist dafür weniger spendabel, ich bekam jetzt im Dezember dort erst den ersten Kaffee spendiert.

Und dazu kommt das Problem, das mir inzwischen von mehreren Seiten berichtet wurde, dass die angezeigte Werbung sie unangenehm berührt hat. Es ist viel Skam dabei wie „schnell irgendwie zu Geld kommen“, in Deutschland leider auch immer wieder Werbung für die Blödzeitung, und eine Besucherin meines englischsprachigen Blogs berichtete mir von einer Immobilienanzeige, deren Trägerin ein sehr freizügig gekleidetes Model war. Außerdem wurden allein in dieser Anzeige diverse Klischees bedient und waren klar auf ein gewisses, überwiegend männliches, Klientel abgestimmt. Und das bei einem Artikel über den Block-Editor von WordPress!

Automattic selbst sagt, man soll ihnen Screenshots von solch unangenehmer Werbung schicken, damit sie den Anbieter kontaktieren oder diesen gleich blockieren können. Aber das Problem ist ja, dass nicht ich diese Anzeigen zu Gesicht bekomme (und sie dann ja nicht mal sehen könnte), sondern meine Leserschaft mir die unangenehm aufgefallene Werbung erst schicken müsste.

Es mag durchaus Blogs geben, die mit ihren Inhalten deutlich mehr Zugriffe generieren. Die Höhe der Werbeeinnahmen richtet sich in der Hauptsache an den generierten Zugriffen. Und selbst dann ist es sehr spekulativ, was tatsächlich am Ende eines Monats an Einnahmen da sein wird. Aber selbst bei Akshaya, die mit ihrem Guide und Forum für das Spiel Sims FreePlay zig tausende von Zugriffen im Monat generiert, schafft es über Google AdSense oft nicht, den Mindestauszahlungsbetrag von 70€ zu erreichen und damit mindestens mal die monatlichen Serverkosten zu decken. Bei Automattic liegt der Mindestauszahlungsbetrag übrigens bei 100$. Dieses Blog müsste dafür lange laufen und viel Werbung anzeigen, um überhaupt in die Nähe dieses Betrags zu kommen. Selbst das englischsprachige Blog wird, so der aktuelle Trend sich fortsetzt, noch über zwei Jahre laufen müssen, um den Auszahlungsbetrag zu erreichen.

Wollte ich Google AdSense einbinden, um darüber vielleicht mehr oder bessere, weil noch gezieltere, Werbung plazieren zu können, müsste ich bei WordPress übrigens den Business-Account bestellen. Nur der lässt mich dort alle möglichen Plugins einbauen. Und der kostet schlappe 25€ im Monat.

Und ganz ehrlich: Das ist es mir nicht wert. Ich werde meine Bloginhalte inklusive Kommentaren, Follower und Statistiken daher nach Ende meines Adventskalenders wieder zu einem selbst gehosteten WordPress umziehen. Dort habe ich die Kontrolle darüber, welche Plugins und sonstigen Features ich anbiete, was ich wo plazieren möchte, wenn überhaupt noch, und auch sonst wieder alle Gestaltungsmöglichkeiten. Klar werde ich dann auch wieder selbst updaten müssen. Aber wenn dies bedeutet, dass meine Leserschaft in Zukunft nicht mehr von wirklich unangenehm auffallender Werbung belästigt wird, ist es mir das dann doch wert. Ihr seid es mir wert.

Ich werde aber in Zukunft wieder die Integration mit JetPack und somit vielen WordPress-Diensten nutzen und nicht, wie im letzten Jahr, alles irgendwie mit anderen Plugins selbst bauen. Die Infrastruktur ist inzwischen GDPR-Konform, so dass es mir die extra Features wert ist, die mir JetPack & Co. bieten.

Fazit

Wenn ich irgendwann tatsächlich dauerhaft nicht mehr werde arbeiten können und wenn ich durchs Bloggen dann was dazuverdienen wollen würde, müsste ich andere Wege beschreiten als Werbung. Ideen gibt es durchaus, aber im Moment geht es mir gesundheitlich so gut, dass ich wieder in Vollzeit arbeite. Insofern besteht außer dem oben erwähnten Umzug kein akuter Handlungsbedarf.


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