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Corona-Krise: Ein Social-Media-Crashkurs

. 8 minuten gelesen

In der anhaltenden Corona-Krise wurde ich vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg gefragt, ob ich nicht einen Artikel zur Einführung in die Nutzung von Social-Media-Diensten schreiben könnte. Viele Informationen verbreiten sich auf diesem Wege ja inzwischen mit am schnellsten. Hier also mal ein Crashkurs.

Was ist eigentlich Social Media?

Social Media bezeichnet eigentlich eine Art des Mitmachens im Internet. In den Anfangszeiten des World Wide Web in den 1990ern war es vielfach noch recht aufwendig, Inhalte für andere zugänglich zu machen. Man brauchte in vielen Fällen Programmierkenntnisse, musste wissen, wie man die Server betreibt, die diese Internetseiten, die man gerade programmiert hatte, ausliefert, usw. Später kamen dann erste sogenannte Website-Baukästen auf, wo es schon einfacher wurde, seine Inhalte im Web zu präsentieren. Ein früher prominenter Anbieter hieß GeoCities, den es inzwischen nicht mehr gibt.

Noch später kamen dann Blogs auf. Blogs wie dieses hier laufen auf einer Software, die im Hintergrund die Veröffentlichung übernimmt, man muss nach anfänglichem Aufsetzen nur noch Updates einspielen und kann sich ansonsten aufs Schreiben der Inhalte konzentrieren. Neu an Blogs war die Kommentarfunktion, wo andere sich direkt an den Autoren des Artikels wenden und einfach Kommentare hinterlassen konnten, sogar meist ohne Anmeldung mit einem Benutzerkonto.

Eine richtige Revolution geschah dann Mitte der 2000er durch zwei Dienste, nämlich YouTube und Facebook, die ungefähr zur selben Zeit auf der Bildfläche erschienen. Mit YouTube ist es nicht nur möglich, Videos anzuschauen und zu kommentieren und ihre Popularität durch „ich mag das Video“ oder eben nicht zu beeinflussen, sondern es ist auch ziemlich einfach, eigene Videos hochzuladen und somit für andere Nutzer zugänglich zu machen. Facebook hingegen konzentriert sich darauf, Leute, die einander kennen, näher zu bringen. Bei Facebook gibt es viele Fotos, aber auch Beiträge mit Kommentaren, quasi eine Art Blog ohne tatsächliche Blogsoftware. Später kamen dann sogenannte Seiten hinzu, mit denen Firmen ihre Dienste bewerben können. Auch dieses Blog, obwohl keine Firma, hat eine eigene Facebook-Seite. Diese kann abonniert werden, ohne dass man mir eine Freundschaftsanfrage stellen und damit lesen muss, was ich dort sonst noch so schreibe und poste.

Kurz darauf erschien auch Twitter auf der Bildfläche. Twitter ist ein Kurznachrichtendienst, mit dem man schnell und unkompliziert kurze Gedanken ins Internet pusten kann. Dies nutzen natürlich viele Privatleute, aber auch Firmen, um ihre Kunden zu informieren, Dienste zu bewerben oder Support zu leisten. Bei Twitter kann man nicht per Kommentar auf einen Tweet, also den Text von jemand anderem, antworten, sondern daraus wird ein eigener Tweet. In den Anfangszeiten hatte Twitter eine Zeichenbeschränkung von 140 Zeichen pro Tweet, im Jahr 2017 wurde dieses Limit auf 280 Zeichen verdoppelt.

Sowohl Twitter als auch Facebook erlebten aber erst durch die Smartphone-Revolution, ausgelöst von iPhone von Apple und Android von Google, einen echten Boom. Auf einmal konnte man seine Kurznachrichten überall lesen, brauchte dazu keinen Computer mehr. Die meisten Zugriffe auf Facebook und Twitter, sowie den auf Fotos spezialisierten und zu Facebook gehörenden Dienst Instagram, geschehen heute von den Smartphone-Apps aus.

Und hier kommen wir zum großen Vorteil dieser Social-Media-Dienste wie Facebook, Twitter und Instagram. Sie sind sehr schnelle Dienste. Man kann noch während des Geschehens andere, die mit einem befreundet sind bzw. Einem folgen, über den Fortschritt informieren, Fotos machen und gleich dazu packen und muss sich nicht mit redaktionellem Drum und Dran befassen.

Im Folgenden gebe ich eine kurze Einführung in die Registrierung und erste Benutzung von Facebook und Twitter. Instagram wird zwar auch viel benutzt und ist im Prinzip auch zugänglich, da es aber sehr foto-lastig ist, ist es gerade für Mitglieder der Blindenselbsthilfe weniger interessant als die anderen beiden.

Facebook

Der auf der Welt am weitesten verbreitete Dienst ist Facebook. Facebook erreicht man entweder über den Webbrowser am Windows- oder Mac-Rechner über die Website, oder per App vom Smartphone aus. Facebook hat eigene Apps in beiden Stores von Apple und Google.

Die Registrierung erfolgt über eine E-Mail-Adresse oder eine Handynummer. Es empfiehlt sich wegen der Handhabung am ehesten die Verwendung einer E-Mail-Adresse. Der Registrierungsvorgang ähnelt dem vieler anderer Seiten wie Online-Shops. Man wählt die E-Mail-Adresse und Passwort, gibt seinen Namen an, verifiziert in einem nächsten Schritt die E-Mail-Adresse, damit das Konto als bestätigt gilt, und fängt an, weitere Details auszufüllen. Hier ist es natürlich jedem überlassen, wie viel man über sich preis gibt. Facebook funktioniert allerdings am besten mit echten Namen, denn gerade wenn man anderen Freundschaftsanfragen stellt, die das evtl. Eingestellte eigene Profilfoto nicht sehen können, können Fantasienamen verwirren.

Freundschaften beruhen bei Facebook auf Gegenseitigkeit. Einer stellt eine Anfrage, und wenn der andere sie annimmt, sind die beiden befreundet. Das beeinflusst z. B., welche Infos man voneinander sehen kann. Wenn man bei Facebook eigene Beiträge erstellt, kann man nämlich wählen, ob diese öffentlich, nur für Freunde, oder z. B. Nur für einen selbst sichtbar sind. Man kann auch andere Personen abonnieren, dann bekommt man trotz evtl. Noch nicht angenommener Freundschaftsanfrage schon mal deren öffentliche Beiträge angezeigt, aber das kann jeder individuell erlauben oder auch nicht.

Das Herzstück nach dem Anmelden ist der sogenannte Newsfeed. Hier erscheinen die wichtigsten Beiträge von Freunden und abonnierten Seiten. Diese sind allerdings nicht chronologisch. Sie fangen also nicht zwingend mit der neuesten Meldung an. Welche Meldungen erscheinen, hängt von vielen Faktoren ab. Beiträge, die besonders viele Reaktionen erreicht oder besonders viele Kommentare bekommen haben, erscheinen eher. Oder auch, wenn sie auch von vielen anderen geteilte Beiträge oder Links, z. B. Zu Zeitungsartikeln, enthalten.

Mit jedem Beitrag kann man mehrere Dinge tun. Man kann ihn mit „Gefällt mir“ markieren, was durch einen gehobenen Daumen angezeigt wird. Oder man kann die Reaktion variieren. „Love“, also „Ich liebe das!“, „Haha“ (Ich finde das lustig), „wow“ (das macht mich staunen), „Wütend“ (erklärt sich von selbst), oder „Traurig (ebenso). Man kann zusätzlich auch einen Kommentar hinzufügen oder auf den Kommentar von jemand anderem antworten. Hierbei kann man andere namentlich erwähnen, und diesen wird das dann mitgeteilt.

Man kann auch eine Ansicht einschalten, bei der die neuesten Beiträge angezeigt werden. Auf der Website macht man das mit einem Aufklapp-Menü neben der Überschrift „News Feed“, die auch tastaturbedienbar ist. In der App geht man unten rechts auf den Facebook-Menü-Tab, wählt Alle Favoriten und in dem aufgeklappten Untermenü dann Neueste posts aus.

Auf der Website oben, und in den mobilen Apps am unteren Rand, gibt es weitere Abteilungen. Freundschaftsanfragen beinhalten genau diese, sowohl die, die man selbst gestellt hat und die in letzter Zeit positiv beantwortet wurden, als auch die, die einem gestellt wurden. Auch werden hier andere, die man kennen könnte, als Freunde vorgeschlagen. Weiterhin kann man sich seine sonstigen Benachrichtigungen anzeigen lassen. In der mobilen App ist das der zweite Tab von rechts am unteren Rand. Hier erscheinen Benachrichtigungen über neue Kommentare zu eigenen Beiträgen, Reaktionen auf selbige, manchmal auch Hinweise, wenn Freunde was gepostet haben, mit denen man normalerweise viel interagiert, was man aber verpasst haben könnte, und vieles mehr.

Weiterhin gibt es auf der Website in diesem oberen Bereich einen Link zum Messenger. Auf den Mobilgeräten ist das eine eigene App, die sich nur um die privaten Nachrichten zwischen Facebook-Nutzern kümmert. Wer WhatsApp & Co. schon kennt, sollte sich hier schnell zurechtfinden. Man kann hier bei der Installation und dem ersten Öffnen gleich angeben, das gleiche konto zu verwenden wie in der Facebook-App.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich Facebook am besten über die Mobil-Apps auf iPhone und Android, oder auch dem iPad, bedienen lässt. Die Webseite ist doch recht komplex und auch ziemlich behäbig. Es gibt zwar viele Funktionen zur Barrierefreiheit, es ist aber so viel los und die Website so komplex, dass die Bedienung über die App schlicht einfacher ist.

Um nun z. B. Die Seite des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg zu finden, kann man auf dem News Feed Tab oben ins Suchfeld doppeltippen, BSVH oder Blinden- und Sehbehindertenverein hamburg eingeben und beim Tippen nachschauen, ob dieser schon als Vorschlag auftaucht. Ein Doppeltippen darauf, und es öffnet sich die Seite. Hier gibt es dann einen Gefällt Mir button, der die Seite abonniert, und ab sofort erscheinen dann neue Beiträge des Blindenvereins im eigenen News Feed. Das gleiche kann man z. B. Auch mit Spiegel, Zeit, anderen Zeitungen, die man gern liest, machen, und bekommt deren Mitteilungen ebenfalls.

Und wenn man sein Adressbuch Facebook anvertrauen möchte, könnte es sein, dass man sehr sinnvolle Freundschaftsvorschläge erhält. Das sind andere Facebook-Nutzer, die anhand der gespeicherten handynummer oder E-Mail-Adresse und dem Namen gefunden werden. Beachtet dabei aber immer die Datenschutzhinweise, die Facebook selbst gibt. Nach früher viel Kritik sind sie da inzwischen zum Glück sehr auskunftsfreudig und weisen auch mehrfach auf die Implikationen dessen hin, was man gerade tut oder in sein Profil einträgt.

Und wer möchte, kann natürlich auch die Seite Marcos Leben hier abonnieren. Neue Beiträge erscheinen als Linkbeitrag dort, sobald sie im Blog veröffentlicht werden. Ein Link befindet sich auch in der Fußzeile dieses Blogs.

Twitter

Die Registrierung bei Twitter läuft ähnlich wie bei Facebook. Auch hier gibt man E-Mail-Adresse und Passwort, evtl. Handynummer an, wählt einen Kurznamen, mit dem man bei Twitter bekannt sein möchte, bestätigt und ist drin. Das Profil ist allerdings wesentlich weniger komplex, man gibt lediglich ein paar Infos über sich, wenn man möchte, den Standort, und eventuell den echten Namen preis. Anhand des Standorts wird dann auch vorgeschlagen, welchen Organisationen oder Publikationen man eventuell schon mal folgen möchte. Lediglich ob die eigenen Tweets für alle sichtbar (Standardeinstellung) oder nur für bestätigte Follower sichtbar sind, kann man einstellen, eine Feinjustierung wie bei Facebook gibt es nicht.

Im Gegensatz zu Facebook ist eine Beziehung zu jemand anderem bei Twitter einseitig. Man folgt jemandem und bekommt dessen Beiträge dann zu lesen, aber derjenige muss einem nicht zurück folgen. Dies hat z. B. Auswirkungen auf die Möglichkeit, dieser Person private Nachrichten bei Twitter zu schreiben. Leute, die sich gegenseitig folgen, können sich immer private Nachrichten schreiben, folgt eine Person einer anderen nicht, kann diese andere Person der ersten nur dann schreiben, wenn diese erlaubt hat, dass auch Personen ihr Nachrichten schreiben dürfen, die ihr nicht folgen. Ich habe das bei mir z. B. So eingestellt.

Auch bei Twitter gibt es zwei Ansichten. Die Startseite enthält eine nach einem Algorithmus gefilterte und aufbereitete Ansicht der „besten Tweets“, also solchen, die viele Gefällt Mir oder Retweet-Aktionen, also Weiterleitungen an eigene Follower, erreicht haben. Auch können hier Tweets von Personen auftauchen, denen man selbst nicht folgt, die aber viele Interaktionen von Leuten, denen man folgt, erzielt haben. Die andere Ansicht sind die neuesten Tweets. Hier erscheinen dann nur Tweets von Leuten, denen man folgt, und wenn man mehreren folgt, die sich gegenseitig auch folgen, auch Antworten untereinander. Diese Ansicht ist eigentlich das klassische Twitter. Twitter war früher rein chronologisch, und erst in den letzten Jahren meinte Twitter, eher wie Facebook sein zu wollen und Tweets auch nach eigenen Vorstellungen umsortieren zu müssen. Viele Langzeit-Twitter-Nutzer wie ich bevorzugen diese klassische Ansicht.

Twitter ist ein sehr schnelles Medium. Das Erstellen von Beiträgen geht sehr einfach, Text schreiben, evtl. Foto nebst Beschreibung hinzufügen, absenden. Man muss sich nicht über die Privatsphäre-Einstellung Gedanken machen, entweder die Posts sind alle öffentlich oder alle nur für Follower. Auch die Kürze der Beiträge bedingt, dass man Gedanken schnell und präzise teilen muss bzw. Kann, man kann sich nicht in seitenlange epische Betrachtungen ergehen wie bei Facebook. Daher hat sich gerade für die Live-Berichterstattung in vielen Medienhäusern Twitter als Medium etabliert. Auch von Veranstaltungen gibt es in der Regel viel mehr Live-Tweets, während es bei Facebook meist hinterher Zusammenfassungen gibt. So zumindest meine Erfahrung.

Den Blinden- und Sehbehindertenverein findet man natürlich auch auf Twitter, genauso wie viele andere regionale Organisationen der Blindenselbsthilfe. Schaut am besten auf den jeweiligen Webseiten nach deren Twitter- und Facebook-Kontakten und abonniert bzw. Folgt ihnen wie es euch beliebt.

Auch bei Twitter ist die Bedienung per mobiler App am komfortabelsten. Die neue Website ist allerdings auch nicht so überladen wie die Facebook-Seite, so dass es hier deutlich mehr Leute gibt, die die Seite auch im Browser am PC oder Mac nutzen. Sie bietet viele Shortcuts, die am besten ohne virtuellen Cursor funktionieren und eine schöne Navigation durch Tweets ermöglichen.

Fazit

Facebook und Twitter haben beide Ähnlichkeiten und Unterschiede. Was man benutzt, ist vielfach eine Geschmacksfrage. Bei Twitter gibt es mehr Ad-Hoc-Infos, bei Facebook eher Informationsbeschaffung permanenterer Natur. Beide Plattformen werden natürlich von Medienhäusern, Vereinen, Firmen und Privatleuten benutzt, um Infos zur Verfügung zu stellen oder einfach nur vom eigenen Tag zu erzählen. Bei Facebook sind dies aber häufiger längere Beiträge, bei Twitter eher Schnappschüsse verbaler Natur. Facebook ist mit seinen vielen Funktionen wie Gruppen, Seiten, News Feed o. Ä. Allerdings deutlich vielfältiger und man kann nach Interessen filtern, Gleichgesinnte finden, mit denen man (noch) nicht befreundet ist usw. Twitter ist schlanker, für manche übersichtlicher, aber eben auch nicht so vielfältig bei der Möglichkeit, eigene Interessen zu verfolgen, sich über Hobbys, Gesundheit, Kultur o. Ä. Zu informieren und auszutauschen, ohne gleichzeitig auch viel anderes mitzubekommen.

Es ist daher wirklich eine Abwägungssache, was man nutzt, oder was man wann nutzt. Ich bin auf beiden Plattformen unterwegs und auch auf beiden aktiv, mal mehr, mal weniger auf der einen oder anderen, aber immer erreichbar.

Ich hoffe, euch mit dieser Einführung einen kleinen Überblick verschafft zu haben. Ich habe natürlich in der Kürze der Zeit längst nicht alles abdecken können. Den Rest überlasse ich dann gern eurem Forschungsdrang.


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